Gesundheit

Hilft Keto bei Fettleber? Was die Studie von 2026 zeigt

8 Min. Lesezeit · Gesundheits-Guide · 1. Oktober 2026

Kurz gesagt: ja. Nach der neuesten kontrollierten Studie hilft Keto, und zwar stärker als zwei andere Diäten mit demselben Gewichtsverlust. In einer am 27. August 2026 in Cell Metabolism veröffentlichten Arbeit senkte eine ketogene Ernährung das Leberfett um 67 %; mediterrane Kost und eine sehr fettarme, pflanzenbetonte Kost kamen jeweils auf 45 %. Allerdings hatte die Studie 42 Teilnehmende, und alle Mahlzeiten wurden vom Forschungsteam gestellt. Diese beiden Details verändern, wie man das Ergebnis lesen sollte.

Alle drei Gruppen verloren etwa 10 % ihres Körpergewichts. Der Unterschied zeigte sich beim Leberfett und bei der Blutzuckerkontrolle, nicht auf der Waage.

Was ist eine Fettleber (NAFLD / MASLD)?

Bei der nicht-alkoholischen Fettleber lagert sich übermäßig Fett in den Leberzellen ein. Lange hieß sie NAFLD; 2023 benannten die Fachgesellschaften sie in MASLD um (metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung). Auf Labor- oder Ultraschallbefunden kann beides stehen, gemeint ist dasselbe. Meist macht sie keine Beschwerden und tritt zusammen mit Insulinresistenz, Prädiabetes und Bauchfett auf.

Was hat die Studie von 2026 genau gemacht?

Das Team von Samuel Klein an der Washington University School of Medicine in St. Louis teilte 42 Menschen mit Adipositas, Prädiabetes und Fettleber per Zufall einer von drei Diäten zu:

Das Besondere ist das Design. Sämtliche Mahlzeiten wurden vom Forschungsteam zubereitet und ausgegeben, dazu kam ein wöchentlicher Termin mit einer Ernährungsfachkraft. Ziel war in jeder Gruppe ein Gewichtsverlust von rund 10 %, was vier bis fünf Monate dauerte. Der übliche Einwand, Keto wirke nur besser, weil man mehr abnimmt, war damit von Anfang an ausgeschlossen: Der Gewichtsverlust war gleich, übrig blieb die Zusammensetzung der Kost.

Die Ergebnisse

Der letzte Punkt überraschte auch die Forschenden. Erstautor Max Petersen nannte ihn das überraschendste Ergebnis. Kleins Fazit: Wer viel Leberfett und Prädiabetes hat, kann durch weniger Kohlenhydrate Stoffwechseleffekte erzielen, die über den reinen Gewichtsverlust hinausgehen.

Warum ist das so?

Ein Teil des Leberfetts stammt nicht aus dem Fett, das man isst. Die Leber stellt es selbst aus überschüssigen Kohlenhydraten her. Sinken die Kohlenhydrate sehr stark, fällt das Insulin, und die Leber schaltet von Fettaufbau auf Fettverbrennung um. Dass in der Keto-Gruppe das Insulin am stärksten fiel und das Glukagon am stärksten stieg, passt zu dieser Erklärung. Die Insulinseite beschreiben wir ausführlicher in unserem Artikel zur Insulinresistenz.

Was die Studie nicht zeigt

Wer sollte nicht ohne ärztlichen Rat beginnen?

Mit einer diagnostizierten Fettleber gehört man ohnehin in ärztliche Betreuung. Starte Keto nicht auf eigene Faust, wenn:

Leberwerte (ALT, AST), Nüchterninsulin und Lipidprofil vor dem Start und nach 8-12 Wochen erneut messen zu lassen ist der konkreteste Weg zu sehen, wie die Ernährung bei dir wirkt. Was die einzelnen Werte bedeuten, erklärt unser Artikel zu Blutwerten.

Quellen: Petersen et al., „Effect of diet macronutrient content on the cardiometabolic response to weight loss: A randomized clinical trial", Cell Metabolism (27. August 2026) · Pressemitteilung von Cell Press (EurekAlert)

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